Eine der Hauptaufgaben der „Samtpfoten Ries e

Eine der Hauptaufgaben der „Samtpfoten Ries e.V.“ ist es, sich um die Kastration und Vermittlung von herrenlosen, wildlebenden Katzen zu kümmern.

 

 

Warum sollten Sie also Ihre Katzen kastrieren lassen?

 

Die seit Jahren ansteigende Katzenpopulation wird unweigerlich noch zunehmen.

Eine Katze erreicht ihre Geschlechtsfähigkeit im Schnitt mit 5 Monaten und bringt ca. 2 -3 mal im Jahr Welpen zur Welt.

Um dieser Lage Herr zu werden, greifen leider immer noch viele Menschen (besonders auf dem Land) zu übelsten und brutalsten Mitteln und töten die neugeborenen oder auch schon mehrere Wochen alten Katzenkinder z. B. durch Erschlagen, Ersticken, Ertränken, Vergiften oder werden auf andere Weise „entsorgt“.

DIES IST JEDOCH TIERQUÄLEREI UND WIRD VOM GESETZGEBER BESTRAFT!!!!

 

Doch leider schließen viele Menschen lieber die Augen. Und die Katzen, die diesem Schicksal gerade noch entgehen (weil sie vielleicht doch schon zu groß waren) gehören dann später jener traurigen Statistik an, die besagt, dass jährlich hunderttausende, ungewollter Katzen ausgesetzt oder ihrem Schicksal überlassen werden.

 

Manche dieser Katzenbabys haben das Glück, von tierlieben Menschen gefunden zu werden. Viele davon wiederum landen im Tierheim. Oder auch bei uns, im Frühjahr und im Herbst, oft virus-, bakterien-, parasitenverseucht oder auch „gerade noch so am leben“. Besonders die noch von der Mutter abhängigen Babys, die Flaschenkinder, erfordern viel mehr Zeit und Aufwand, als ein Tierheim leisten kann. Sie haben das große Los gezogen, wenn sich jemand findet, der sie privat aufnimmt und nach Möglichkeit 24 Stunden lang umsorgt. Aber wer das einmal gemacht hat weiß, wie viel Zeit, Kraft und Nervenstärke gefordert ist und jeder kann sich ausrechnen, wie wenige dieser unschuldigen Wesen in diesen Genuss kommen! Aber auch die, die bereits selbständig fressen können, sind oft so geschwächt oder von der Krankheit in Besitz genommen, dass sie es trotz aller Mühen nicht schaffen.

 

Auch halten sich leider immer noch hartnäckige Gerüchte und Ammenmärchen, welche durch Unkenntnis unter den Tierhaltern erzählt werden. So sind viele der Meinung, „Die Tiere sollen sich ausleben können“, „Katzen sollen mindestens einmal Kinder bekommen“, oder „Kater sollen ihren Spaß haben“. Wer sich jedoch mit der Paarung von Katzen ein bisschen auseinander setzt, wird feststellen, dass dies alles andere als romantisch ist. Das Sexualverhalten von Tieren ist auf die erfolgreiche Fortpflanzung, also auf die Arterhaltung ausgerichtet und nicht auf das Vergnügen!

Wieder andere möchten sich selbst oder ihren Kindern das “Wunder der Geburt” erleben lassen. Ausgenommen alle Jungen werden behalten, bringt man jedoch den Kindern statt Achtung vor der Schöpfung eher Verantwortungslosigkeit bei, denn die Katzenüberpopulation ist riesig, und die meisten bekommen kein gutes Zuhause!

Auch sind unkastrierte Katzen keine besseren Mäusefänger, wie oft angenommen wird, denn Katzen fangen Mäuse, weil es in ihrer Natur liegt, unabhängig davon, ob kastriert oder nicht.

 

Weiterhin werden Tiere im Allgemeinen von vielen Menschen als „Ware“ angesehen. Man bekommt Katzen an allen Ecken und Enden. Sie sind also „austauschbar“, wenn sie Probleme oder Kosten verursachen. Warum also unnütz Geld für eine Kastration ausgeben.

Viele lassen ihre Katzen nicht mal dann kastrieren, wenn sie schon zum X-ten Mal trächtig ist. Man bekommt sie immer gut los als „Verschenkkatzen“. Die Zeitungen sind voll von ihnen. Tiere, welche als billiges Schlangenfutter, als Rheumafell oder als Kinderspielzeug enden.

Hunderttausende Katzen werden geboren um zu sterben. Nachwuchs kann nur durch Kastration sicher vermieden werden.

 

Gute Gründe für eine Kastration:

 

Fakt ist, dass rollige Katzen einer großen hormonellen Belastung ausgesetzt sind, der nur durch eine Befruchtung oder durch die Kastration ein Ende gesetzt werden kann. Wird das Tier ausschließlich in der Wohnung gehalten und nicht gedeckt, kommt es zu einer regelrechten “hormonelle Vergiftung”, der Dauerrolligkeit. Lässt man sein Tier decken, verkürzt man nicht nur seine Lebenserwartung und nimmt durch die Beanspruchung und Deformation der Gebärmutter gesundheitliche Schäden in Kauf, sondern man vermehrt das ohnehin schon bestehende Katzenelend. Ist das Tier Freigänger, drohen ihm noch weitere Gefahren: Es wird sich auf der Suche nach einem Partner weit von Zuhause entfernen, unbekannte Straßen überqueren und so lange unterwegs sein, bis es einen Geschlechtspartner gefunden hat. Handelt es sich um eine weibliche Katze, läuft sie Gefahr, sich beim Deckakt das tödliche FIV-Virus (=Katzenaids) einzuhandeln, welches durch den Nackenbiss übertragen wird.

Unkastrierte Kater entlaufen meist bei Einsetzen der Geschlechtsreife, weil sie – dem Geruch eines Weibchens folgend – oft viele Kilometer zurücklegen. Die meisten überfahrenen Tiere werden während der Paarungszeit aufgefunden! Beim Kampf um ein Weibchen sind Kater zusätzlich erbitterten Katerkämpfen mit anderen Revierkatern ausgesetzt, durch die sie oftmals schwer verletzt und mit tödlichen Krankheiten wie FeLV (=Leukose) oder FIV (=Katzenaids) infiziert werden. Da eine Katze in der Regel von mehreren Katern gedeckt wird, ist auch für sie die Gefahr einer Infektion äußerst hoch.

 

Die Vorteile der Kastration

Aus oben aufgeführten Gründen dürfte es im Sinne des Tieres liegen, über eine Kastration nachzudenken.

Denjenigen, die es nicht für “natürlich” halten, sei
gesagt, dass ein “natürliches” Leben für die wildlebende Katze bedeutet, nur ein Alter von 1-5 Jahren zu
erreichen und in ihrem kurzen Leben möglich viele Junge in die Welt zu setzen, von denen nur ein Drittel überlebt. Für alle anderen, hier die Vorteile auf einen Blick:

  • Keine Rolligkeitssymptome
  • Keine übelriechenden Markierungen
  • Geringeres Bedürfnis zu streunen
  • Weniger Aggressionen
  • Stärkere Menschenbezogenheit
  • Kaum Risiko hormoneller Erkrankungen wie Zysten,
    Gesäugetumore oder Gebärmutterentzündung bei der
    weiblichen Katze sowie Prostatakrebs beim Kater
  • Deutlich geringeres Risiko der Infektion mit
    FeLV (= Leukose) oder FIV (= Katzenaids) durch
    den Wegfall von Paarungsbissen und Katerkämpfen
  • Doppelt so hohe Lebenserwartung
  • Kein Zuwachs ungewollter Katzenkinder,
    für die man kein Zuhause findet
     

Wann lasse ich meine Katze kastrieren?

Einen idealen ZeitPUNKT gibt es nicht, wohl aber einen idealen ZeitRAUM. Soll Ihre Katze in den Freigang, darf sie dies auf keinen Fall unkastriert, denn in vielen Fällen bemerkt man das Einsetzen der Geschlechtsreife erst, wenn es bereits zu spät, d.h. die Katze entlaufen oder trächtig ist. Durch die gesteigerte Lichtintensität werden Katen seit einigen Jahren bereits mit durchschnittlich 4 - 5 Monaten rollig! Es gibt Tierärzte, die Tiere mit 4 oder 5 Monaten nicht kastrieren und behaupten, Katzen würden erst mit 6-8 Monaten geschlechtsreif, vorher könne gar nichts passieren. Diese Behauptung ist schlichtweg falsch!!

Auch gibt es aus medizinischer Sicht keinen einzigen Grund, das Tier einmal rollig oder gar trächtig werden zu lassen. Das Gegenteil ist der Fall: Beides schadet der Gesundheit Ihrer Katze. Entgegen anderslautender Gerüchte muss nicht erst die komplette körperliche Entwicklung abgewartet werden, bevor das Tier kastriert werden kann. Langzeitstudien haben gezeigt, dass die Hormone keinerlei Einfluss auf das Wachstum von Katze und Kater haben, sondern dass Größe und Körperbau ausschließlich genetisch bedingt sind.

Prinzipiell kann man sagen, dass es günstig ist, die Katze so früh wie möglich kastrieren zu lassen, denn je jünger ein Tier ist, desto besser verkraftet es die Operation.

Frühkastration

Es spricht vieles dafür, eine Katze bereits mit 3 oder 4 Monaten kastrieren zu lassen, was in anderen Ländern schon jahrzehntelang ohne Probleme praktiziert wird und sich auch bei uns immer mehr durchsetzt. Dass manche Tierärzte es noch ablehnen, begründet sich in erster Linie durch mangelnde OP-Erfahrungen mit Tieren dieses Alters, bei denen insbesondere die Dosis des Narkosemittels genauestens dem Körpergewicht angepasst werden muss. Wird sie von einem sachkundigen Tierarzt durchgeführt, hat die sogenannte Frühkastration (Abhandlung hierzu rechts im Downloadbereich zu finden) viele Vorteile:

  • Die Operation ist kürzer
  • Die Narkose ist kürzer und weniger belastend
  • Die Operation ist einfacher, da die Keimdrüsen frei liegen
    und noch nicht von Fettgewebe überlagert sind, dadurch gibt es...
  • ...weniger Komplikationen/Blutungen
  • Das Tier ist schneller wieder fit
  • Das Risiko von Gebärmutterkrebs sowie anderen Krebsarten
    geht gen Null, wenn das Tier nie rollig war
  • Eine im Welpenalter gesetzte Tätowierung „wächst mit“ und ist
    später sehr gut lesbar
  • Ihre Katze kann Sie nicht im Alter von 5 oder 6 Monaten mit
    ihrer ersten Schwangerschaft überraschen, obwohl Ihnen doch
    irgendjemand versichert hatte, dass dies vor 7 Monaten nicht
    möglich sei...

 

Und trotz aller Aufklärung sind noch immer sehr viele Hauskatzen unkastriert, so dass im Frühjahr die Zahl der Straßenkatzen sprunghaft ansteigt und auf diese Weise wiederum das Elend vergrößert. Man geht davon aus, dass ein Katzenpärchen im Jahr 2 – 3 mal Junge bekommt, von denen durchschnittlich 2,8 Tiere überleben, die sich wiederum bereits im Alter von 5 Monaten weiter fortpflanzen:

nach 1 Jahr: 12 Katzen

nach 2 Jahren: 66 Katzen

nach 3 Jahren: 382 Katzen

nach 4 Jahren: 2.201 Katzen

nach 5 Jahren: 12.680 Katzen

nach 6 Jahren: 73.041 Katzen

nach 7 Jahren: 420.715 Katzen

nach 8 Jahren: 2.423.316 Katzen

nach 9 Jahren: 13.958.290 Katzen

nach 10 Jahren: über 80 Millionen Katzen

 

 

Deshalb: lassen Sie es nicht so weit kommen. Lassen Sie Ihre Katze rechtzeitig kastrieren!

Leiden und Elend verhindern heißt, unnötigen Nachwuchs verhindern!

 

Unterschied Kastration und Sterilisaton:

 

Bei der Kastration entfernt der Tierarzt die Geschlechtsdrüsen der Tiere - beim Kater die Hoden, bei der Kätzin die Eierstöcke.

Unter Sterilisation versteht man nicht die Entfernung der Eierstöcke, sondern die Unterbindung der Eileiter.
Die Sterilisation verhindert zwar die Trächtigkeit und den Nachwuchs, nicht aber die Rolligkeit der Kätzin.

Sie ist keineswegs harmloser als die Kastration, sondern bringt die Gefahr von späteren, organischen Komplikationen mit sich, die dann letztendlich nicht nur die Entfernung der Eierstöcke sondern auch die Entfernung der Gebärmutter zur Folge haben.

 

(c) Samtpfoten Katzenhilfe Ries e.V.